Erden*Leben*Blog
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Barbara und Petra gründeten Erden*Leben im Frühling 2009 - wir wollten das Leben selbst mit der Natur und den Menschen einfach feiern, gemeinsam er*leben. Martina hat uns von der ersten Stunde an inspiriert und uns durch viele Ideen bereichert, sie war irgendwie immer schon mit dabei ;-) Daniela bringt durch ihr herzöffnendes Wesen ein völlig neues Lebensgefühl in die Welt - schon bei unserem Kennenlernen war uns klar, wir wollen etwas gemeinsam machen! Demnächst gibt es ein Kurz-Portrait von uns allen in der Kategorie Menschen!
Das Wesen der Natur?
Geschrieben von: Daniela Dienstag, den 06. Juli 2010 um 20:12 Uhr
Was wir Menschen nicht kennen, vor dem haben wir Angst. Und wenn wir vor etwas Angst haben, fällt es uns leicht, diese Dinge zu zerstören. Wenn wir zu den Dingen und Lebewesen Beziehung aufbauen, lernen wir sie kennen. Wir lernen, sie Wert zu schätzen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Niemals werden wir achtlos mit den Dingen umgehen, die wir zu schätzen gelernt haben. Nie werden wir die Lebewesen willkürlich verletzen, mit denen wir in Beziehung stehen.
Die Natur ist voller faszinierender Wunder. Wenn wir diese Wunder beginnen zu entdecken, wird unser Herz berührt sein von all der Schönheit, die uns umgibt. Doch nicht alle Menschen können diese Schönheit sehen. Viele Menschen scheinen blind zu sein und ihre Herzen scheinen sich verschlossen zu haben, aus welchen Gründen auch immer. Sie erkennen nicht das Leben in all den Wesen, die sie umgeben. Vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, was sie tun, wenn sie die Erde als nichts anderes sehen, denn als Quelle für Ressourcen. Nicht, dass wir nichts nehmen dürften von der Erde, die Frage ist WIE wir nehmen.
Achtung und Dankbarkeit entspringt aus der Anerkennung dessen, dass alles lebendig ist. Jedes Lebewesen ist einzigartig in seiner Daseinsform, alles hat seinen Zweck und seinen Sinn im großen Gewebe dieser Erde. Man nennt das Ökologie.
“Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Teil davon. Was immer er dem Netz antut, tut er sich selber an.“ (Chief Seattle)
Indigene, naturnah lebende Völker wissen um diese Zusammenhänge Bescheid. Sie wissen, wie wichtig es ist, dass wir Menschen uns unserer Verbindung mit der Erde bewusst sind. Vielleicht ist gerade dies der Grund, dass sie die Erde Mutter Erde nennen und alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere, Menschen und sogar Steine als ihre Brüder und Schwestern bezeichnen. Man sagt dazu „Animismus“, also den „Glauben“, dass alle Dinge und Lebewesen auf dieser Erde eine Seele haben. Wie auch immer, diese Haltung hilft uns, unserem Planeten auf andere Weise zu begegnen.
Wenn wir die Natur schützen wollen, ist es ein wesentlicher Schritt, mit ihr in Beziehung zu treten. Im weiteren Schritt geht es darum, andere Menschen dazu zu ermutigen, dasselbe zu tun.
Zum Beispiel sitze ich unter einem Baum. Zu diesem Baum gehe ich jeden Tag, oder zumindest regelmäßig hin. Er wächst in der Nähe von da, wo ich wohne. Ich tue nichts weiter, als dort zu sitzen und zu beobachten. Mit der Zeit werde ich die Umgebung kennen lernen. Mir werden die Pflanzen auffallen, die dort wachsen, ich werde die Vögel hören und bald wissen, welche Vögel dort leben. Es werden verschiedene Tiere vorbeikommen, wenn ich ganz still sitze, und sie alle werden mich etwas lehren über den Platz und über die Zusammenhänge der Natur. Manchen Tieren werde ich vielleicht öfters begegnen und vielleicht werde ich zu dem einen oder anderen Tier eine tiefere Beziehung aufbauen. In den Natur- und Wildnisschulen nennt man das „Sitzplatz“. Es ist eines der grundlegenden Werkzeuge, um die Naturaufmerksamkeit zu trainieren.
Es geht in erster Linie darum, draußen zu sein, um mit allem in Kontakt zu kommen. Barfuss laufen, um die Erde kennen zu lernen, in Flüssen zu schwimmen, um das Wasser zu fühlen, den Wind auf der Haut, Sonne und Regen im Gesicht oder die Kälte des Winters zu fühlen. Heute weiß man, dass viele Symptome der westlichen Gesellschaft daher kommen, dass die Menschen zu wenig in Kontakt mit der Natur sind. Vor allem die Kinder der heutigen Zeit sind davon betroffen.
Ein bekannter Forscher und Autor namens Richard Louv erkannte die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Krankheiten und Störungen der heutigen Zeit und dem Mangel an Naturerlebnissen. Er beschreibt diesen Zustand in seinem Buch „Last Child in the Woods“ als „Nature Deficid Disorder“ (Naturmangelsyndrom) und weist hin auf die Notwendigkeit, viel Zeit in und mit der Natur zu verbringen. Dies sei die Grundlage für eine gesunde emotionale, körperliche und mentale Entwicklung.
Doch die Kinder gehen nicht einfach so in die Natur, denn sie haben niemanden, der ihnen die Notwendigkeit zeigt, Zeit dort zu verbringen. Momentan ist die Natur so sehr mit Angst besetzt, dass es selbst den Erwachsenen schwer fällt, die Kinder unbeaufsichtigt draußen spielen zu lassen. Es gibt überall Gefahren- giftige Pflanzen, dreckige Erde, wilde Tiere, Zecken, Tollwut, Sonnenstich, Regen,… Die Natur gilt als unberechenbar, und sie wird auch in den Medien so dargestellt. Auch wenn es Naturschutz gibt, glauben nicht wenige Menschen, vielmehr sich selbst vor der Natur schützen zu müssen. Mit den daraus resultierenden Handlungen schadet der Mensch nicht nur der Natur, sondern auch sich selbst. Doch ist das wirklich das Wesen der Natur? Ist sie es nicht auch, die uns erhält, die uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen? All die Gefahren können uns helfen, unsere eigene Achtsamkeit zu trainieren und im wahrsten Sinne zu bewussteren Menschen zu werden.
Was die Kinder brauchen, ist ein Grund, trotzdem raus zu gehen um Abenteuer zu erleben und mit ihrer natürlichen Umgebung in Beziehung zu treten. Was die Kinder bräuchten, sind Mentoren. Menschen, die ihnen diesen Kontakt mit der Natur im besten Fall vorleben und sie ermutigen, raus zu gehen in die Wälder, zu den Bächen und Seen und an all die spannenden und abenteuerlichen Plätze. Es bräuchte Menschen, die ihnen Rätsel und Fragen mitgeben oder sie mit Aufträgen hinausschicken, die alle dazu dienen sollten, die Kinder mit ihrer Umgebung vertraut zu machen.
Viele Erwachsene scheinen heute „keine Zeit“ mehr zu haben. Doch wir sollten die Notwendigkeit erkennen, uns selbst die Natur wieder vertraut zu machen und auch die Kinder dabei unterstützen, Beziehung aufzubauen. Das ist ein wesentlicher Beitrag zum Naturschutz.
Eine sehr effektive Methode, Kinder für die Natur zu begeistern, ist die Installation eines „Naturmuseums“. Sammeln, verstecken und suchen gehören zu den natürlichen Spielen eines jeden Kindes, das ist überall auf der Welt gleich. Ein Naturmuseum ist so aufgebaut, dass es dort Regale gibt mit Gläsern oder Behältnissen mit verschiedensten Gegenständen und Funden aus der Natur- Knochen, Federn, Steine, Äste, getrocknete Blätter… Am Besten ist es, jedes dieser Dinge hat eine Geschichte- wie und wo es gefunden wurde, wie das Wetter an dem Tag war, was für Erlebnis es zu diesem Fund gab…
Diese Funde faszinieren Kinder im Normalfall immer sehr. Allein die Frage, was das sein könnte, kann spannende Geschichten entstehen lassen. Und natürlich wollen sie selber auch so etwas finden!
Außerdem enthält ein Naturmuseum verschiedenste Pflanzen- und Tierführer. Es macht Spaß, in diesen bunten Büchern herumzublättern. Und ab und zu merkt man sich dann die Dinge ganz automatisch, die drinnen stehen. Und wenn man das nächste Mal diesen schwarzen Vogel sieht mit seinem roten Fleck am Kopf und den weißen Streifen, weiß man gleich, dass es der Buntspecht sein muss, den man letztens in dem Buch entdeckt hat. Oder war es doch der Kleinspecht? War es ein Männchen oder ein Weibchen? Also am Besten nochmal nachschauen…
Weiters ist es sinnvoll, das Naturmuseum mit Schautafeln zu verzieren, in denen zum Beispiel die einheimischen Giftpflanzen dargestellt sind oder die verschiedenen Laub- und Nadelbäume der Umgebung.
All das soll Anreiz sein, dass die Kinder selber hinausgehen, um Dinge zu finden, um Tiere zu sehen oder Abenteuer zu erleben. Am Besten wäre natürlich, dass da noch ein Erwachsener ist, ein Mentor, der selbst verschiedenste, abenteuerliche Geschichten erzählen kann von Erlebnissen, die er draußen hatte. Jemand, der dem Kind die notwendigen Fragen stellt, um die Neugierde zu wecken und dem Kind zeigt, wo es Antworten auf seine Fragen finden kann.
(Daniela Gschösser)
Hildegard von Bingen
Geschrieben von: Barbara Freitag, den 11. Juni 2010 um 10:29 Uhr
Wir müssen auf unsere Seelen hören,
wenn wir gesund werden wollen.
Letztlich sind wir hier,
weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst
in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet,
ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt,
dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben,
gibt es keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet durchschaut zu werden,
kann er weder sich selbst noch andere erkennen,
er wird allein sein.
"Alles ist mit Allem verbunden."
Hildegard von Bingen
Der Weg zum Paradies
Geschrieben von: Petra Freitag, den 07. Mai 2010 um 14:58 Uhr
Auszug aus der ZeitenSchrift Nr. 65, Vision einer besseren Welt, S. 62
"Dann muss man auch wissen, dass das Paradies nicht als Zwangsherrschaft errichtet werden kann, sondern in jedem einzelnen selber wachsen muss. Himmel und Hölle sind weniger Orte als innere Zustände - das wird uns jeder Verliebte und jeder Depressive bestätigen. Welch grossartige Aussicht, denn das bedeutet, dass wir auf kein irreales "Raumschiff" warten müssen, das uns am Tag X in ein überirdisches Paradies entführt, sondern, dass wir genau dort, wo wir uns heute finden, beschliessen können, uns auf den inneren Weg ins Paradies zu machen - und keiner merkt etwas davon. Oder doch, weil wir liebevollere mitfühlendere, fröhlichere Menschen geworden sind."
www.ZeitenSchrift.com
Über das Leuchtende Wesen, das wir sind...
Geschrieben von: Daniela Samstag, den 17. April 2010 um 19:29 Uhr
Unsere tiefste Angst ist nicht,
dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist,
dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten,
nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich,
dass ich leuchtend, hinreißend, begnadet
und phantasievoll sein darf?“
Wer bist du denn, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind des Universums.
Wenn du dich klein machst, dient es der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun
wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum sich nicht verunsichert fühlen.
Wir wurden geboren, um die Göttlichkeit zu verwirklichen,
die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem Menschen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart
ohne unser Zutun
andere befreien.
(irgendwann irgendwo gefunden, Quellen unsicher...)
Verirrt ?
Geschrieben von: Daniela Freitag, den 02. April 2010 um 18:20 Uhr
Der Frühling hatte sich angekündigt und der Schnee war beinahe geschmolzen. Es war für Februar ein warmer Tag und der Wind war in starker Präsenz spürbar.
Meine Mutter und ich beschlossen, der alten Eiche einen Besuch abzustatten. Sie ist ein unglaublich kraftvoller Baum, der schon seit über tausend Jahren lebt.
Wir fuhren also dorthin, stiegen aus dem Auto und machten uns auf dem Weg Richtung Westen, zur Eiche, die wir direkt vor uns sahen. Südlich von uns war ein großer Wald zu sehen, mit Laub- und Nadelbäumen, Sträuchern und Hecken, kleinen Sümpfen und Moosen. Nördlich vom Baum war ein altes Bauernhaus und da die Eiche auf einem Hügel steht, konnte man weit auf die unterhalb liegende Ebene sehen. Die grauen Wolken in dieser Richtung färbten im Kontrast zu dem Blau über uns den Himmel. Vögel zwitscherten und auch der Wind war zu hören, wie er die Blätter und Nadeln der Bäume streifte.
Schritt für Schritt, ganz langsam gingen wir auf die Eiche zu und ich spürte, wie ich in eine Art warme Hülle eintauchte, die von ihr ausstrahlte. Dort angekommen begrüßte ich sie und bewunderte die tiefen Rillen in ihrer Rinde, die unglaublich viele Geschichten erzählen kann. Ich lehnte mich gegen den Stamm und genoss das Gefühl der Verbundenheit, welches an diesem Ort immer so stark zu spüren ist.
Dann beschlossen wir, ein Stück in den Wald zu gehen und danach noch einmal zur Eiche zurück zu kommen. Wir folgten einen Weg in Richtung Westen. Der Wald lag südlich von uns und erstreckte sich weiter vorne nach Westen, so dass wir dem Weg folgend direkt in dieses Meer von Bäumen eintauchen konnten. Es war ein unglaublich schöner, großer Wald. Bäume, die den Eindruck erweckten, als würden sie tanzen, am Boden verschiedenste Moose, die in sattem Grün leuchteten und umgefallene Baumstämme, die Lebensraum für unzählige kleine Tiere waren. Außer dem Wind und unseren Schritten war nichts zu hören. Langsam gingen wir dem Weg entlang und mir kam vor, ich konnte die Lebendigkeit von allem intensiv spüren.
Nachdem ich ein bisschen vorausgegangen war und um eine Kurve ging, sprang plötzlich ein Reh rechts von mir in etwa drei Meter Entfernung aus dem Gebüsch, querte den Weg und lief links in den Wald davon. Ich folgte dem Reh und auch meine Mutter verließ den Weg und folgte mir in den Wald. Fasziniert von allem, was wir sahen, schlichen wir ganz langsam und staunend dahin. Moose in verschiedensten Formen, vertrocknete Gräser, verschlungene Wurzeln und immer wieder sumpfige Löcher, an deren Wasseroberfläche der wunderschöne Wald gespiegelt war.
Ich hielt meine Hände mit der Handfläche nach unten offen über dem Boden und es war, als würden sie mit ihm kommunizieren. Manchmal spürte ich Bewegungen, ein Prickeln in den Handflächen oder die Wärme vom Boden unter mir.
Irgendwie zog es mich nach links, während meine Mutter nach rechts unterwegs war. Ich gab dem Gefühl nach und ging in diese Richtung. Immer wieder waren Vögel zu hören, die mich dazu ermunterten, dieser Richtung zu folgen.
Nach einiger Zeit kam ich an einen Platz, an dem ein kleiner Bach durch den Wald floss. Er war nicht sehr tief und hatte eine leichte Strömung mit klarem Wasser. Das Ufer war gesäumt von einer dicken Moosschicht. Das Bächlein war umgeben von Bäumen und ein bereits vertrockneter Stamm eines umgefallenen Baumes ragte bis zur Hälfte über das Wasser. Es war ein unglaublich schöner Platz. Ich näherte mich dem Bach und hielt meine Hand über die Wasseroberfläche. Ein kühler Lufthauch schien in meine Hand zu strömen. Alles fühlte sich lebendig an, ich war fasziniert.
Dann ging ich wieder zurück und folgte meiner Mutter, die mich nicht sah. Ich hatte vor, ihr nachzupirschen ohne dass sie es merkte, um meine Aufmerksamkeit zu trainieren. Sie war etwa zehn Meter vor mir, aber der Wald war sehr offen und so konnte ich sie leicht sehen. Doch dann war sie kurz hinter einigen Büschen abgebogen und war aus meinem Blickfeld verschwunden. Ich folgte der Richtung in die sie ging, doch als ich dort ankam, war sie nicht mehr da. So ging ich wieder einfach dem nach, was ich fühlte und ließ mich leiten von Vögeln, die ich hörte oder einfach darauf, wohin es mir ein gutes Gefühl gab zu gehen. Irgendwann kam ich in ein seltsames Gebiet mit einem kleinen Teich und dichter gewachsenen Bäumen.
Da stellte ich fest, dass ich nun schon sehr tief im Wald war und dass es Zeit war zu schauen, wie ich wieder zurückkomme. Da erinnerte ich mich, dass ich vergessen hatte, auf die Himmelsrichtungen zu achten. Auch vergaß ich, mir so was wie eine innere Landkarte anzufertigen, indem ich mir auffällige Bäume, Sträucher oder sonstiges merkte. Ich war total in den Moment versunken und nun war ich irgendwo.
Gut, dass ich ein Handy dabei hatte, so läutete ich meine Mutter an und fragte, wo sie sei. Wieder bei der Eiche, sagte sie und ich sagte, ich wäre irgendwo im Wald und suche den Weg zurück. Ich erkundigte mich, wo die Sonne von der Eiche aus gesehen stand, die leicht durch die Wolken blickte. Dann schaute ich, wo ich sie sah, um Orientierung zu finden. Die Sonne stand schon fast im Westen, es war später Nachmittag. Ich ging Richtung Nordwesten, das müsste der Weg zurück sein. Als ich mich umdrehte, flog ein Bussard in etwa fünf Meter Entfernung durch den Wald und setzte sich auf einen Baum, direkt in die Richtung, in welche ich gehen wollte. Er stieß einige Rufe aus und flog dann Richtung Nordwesten davon. Das war eindeutig die Richtung, in die ich gehen musste. So folgte ich wieder guter Dinge meinem Gespür und den Wegen, die sich mir eröffneten. Da traute ich meinen Augen nicht. Ich kam genau an dem Bach an der Stelle an, wo ich zuvor war. Nur diesmal stand ich auf der anderen Seite. Scheinbar war ich im Kreis gelaufen.
Menschen neigen dazu, wenn sie sich verirren im Kreis zu laufen, erinnerte ich mich an das, was ich in der Natur- und Wildnisschule gelernt hatte. Da wir eine dominante Seite haben, was bei mir scheinbar die rechte Seite war, meinen wir geradeaus zu gehen, doch bewegen uns im Kreis. Lächelnd zog ich mir die Schuhe aus und ging auf die andere Seite des Baches. Vielleicht wollte er einfach, dass ich meine Füße mal dort eintauche, dachte ich mir, während ich die Schuhe auf der anderen Seite wieder anzog und weiterging.
Nun wollte ich mich nicht irritieren lassen und einfach da zurückgehen, von wo ich zuerst gekommen war, als ich das erste Mal an dem Bächlein war. Doch schon nach kürzester Zeit wusste ich, dass ich völlig die Orientierung verloren hatte. Der Himmel war grau geworden und wolkenbedeckt, so wusste ich nicht einmal mehr, wo welche Himmelsrichtung war. Ich bat die Kräfte der Natur darum, mir den Weg zurück zu zeigen und auch die Eiche, dass sie mich zu ihr führen möge.
Das Handy läutete und meine Mutter erkundigte sich nach mir. Ich sagte, ich wisse wirklich nicht mehr, wo ich sei und dass sie bei der Eiche warten solle, es könnte noch eine Weile dauern. Die Situation gefiel mir gar nicht und ich stellte mir vor, wie ich von einem Suchtrupp gesucht werde, weil ich nicht mehr zurückfinde. Superpeinlich! Und das mit einer Ausbildung zur Wildnistrainerin! Nein, da würde ich lieber in der Nacht bleiben und ein kleines Lagerfeuer machen, irgendwann würde ich schon wieder raus finden, aus diesem riesigen Wald. Außerdem war es wunderschön und es machte mir nichts aus, länger zu bleiben.
So wechselten Nervosität und Gelassenheit und ich folgte nach wie vor einfach den Zeichen, die ich bekam. Doch bald glaubte ich es überhaupt nicht mehr. Schon wieder stand ich an demselben Bach, nur diesmal weiter flussabwärts. Ich schrie in den Wald: „Ihr Kräfte da draußen, was wollt ihr von mir? Führt mich aus diesem Wald raus, was soll das? Gebt mir endlich deutliche Zeichen und führt mich da raus!“ Da stiegen Tränen in mir auf und ich ließ ihnen freien Lauf. Ich kniete mich zum Bächlein und beobachtete das Wasser. Die Wolken öffneten sich und die letzten Sonnenstrahlen der Abendsonne erleuchteten die Baumwipfel der höchsten Bäume. Neue Hoffnung überkam mich. Ich folgte dem Bächlein aufwärts, um nochmal zu dem gleichen Platz zu kommen, an dem ich schon zweimal war. Er war mein einziger Orientierungspunkt. Es war kaum zu glauben, nach nur wenigen Metern stand ich da, an exakt demselben Platz. Nun schrie ich ihn an: „Was willst du von mir? Was willst du mir sagen? Sprecht doch endlich mit mir!“ Da wurde es ganz still. Alles schien von mir weg zu fallen und mein Blick veränderte sich. Ich sah alles irgendwie verschwommen und fühlte eine starke Kraft von diesem Ort ausgehen. Nun war ich dreimal hierher gekommen und ich hatte schon beim ersten Mal das Gefühl, dass mir der Platz etwas sagen wollte. Nun konnte ich ihm zuhören, weil ich einfach da war und stehen blieb und geschehen ließ. Nach einer Weile sah ich zwei Rehe auf der anderen Seite des Baches, die sich der Wasserstelle näherten. Sie bleiben kurz stehen und blickten nervös, ich stand ganz still da und machte meinen Blick weit. Dann kam eines der Rehe zum Bächlein ein Stück weiter rechts von mir und begann zu trinken. Es war keine fünf Meter entfernt von mir. Da wurde es doch nervös und die beiden sprangen wieder in den Wald davon. Ich musste lächeln und fragte den Bach: „Darf ich jetzt gehen?“ Nachdem ich ein deutliches Ja in mir spürte, drehte ich mich um, bedankte mich und ging davon.
Nun war ich wieder total in meiner Kraft, wie am Anfang des Weges. Ich wusste genau, wohin ich gehen musste und schon nach einigen Schritten sah ich meine Fußabdrücke im Moos, die ich hinterließ, als ich das erste Mal an dem Platz war. Es dauerte nicht lange, da landete ich genau auf dem Weg, wo das Abenteuer begonnen hatte und ich ging Richtung Osten zur Eiche zurück. Der Himmel war wieder blau geworden und die wenigen Wolken, die zu sehen waren, malten wunderbare Muster in verschiedensten Farben. Ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit tauchte in mir auf und ich weinte Tränen vor Freude, am Leben zu sein und das Leben so intensiv spüren zu dürfen. Zurück bei der Eiche bedankte ich mich auch bei ihr mit ein bisschen Räucherharz und erzählte die Geschichte meiner Mutter. Hungrig geworden machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause.
Lebendig sein
Geschrieben von: Daniela Mittwoch, den 24. März 2010 um 22:39 Uhr
Als ich heute aufgewacht bin, war mein Herz zutiefst traurig. Ich hörte die Vögel zwitschern, die den Frühling ankündigten und die Sonne strahlte durch das Fenster. Doch im Hintergrund hörte ich das Geräusch von Motorsägen. Ich vermutete bereits woher es kam, was sich dann auch bestätigte. Hinter dem Haus, in dem ich wohne, war ein wunderschöner Heckenstreifen mit Bäumen und Sträuchern. Fast jeden Morgen kamen die Rehe dorthin um zu fressen. Doch nun waren die Motorsägen dort. Wenn ich an den Lebensraum dachte, der zerstört wurde, stiegen mir die Tränen in die Augen. So wollte ich das nicht stehen lassen.
Schnell schlüpfte ich in meine Schuhe und ging zu den Leuten, die dort arbeiteten. Ein älteres Paar war dort. Der Mann war mit der Motorsäge beschäftigt, während die Frau die Äste wegräumte. Ich ging auf sie zu und stellte mich vor. Dann fragte ich, woher sie kämen und warum sie die Hecken umschneiden. Weil sie sich inmitten einer landwirtschaftlichen Fläche befinden, war die Antwort. Der Besitzer habe die Fläche darüber und diese darunter gepachtet, die Hecken und Bäume würden nun im Weg stehen.
Ich sagte, dass ich es total schade finde wenn die Hecken umgeschnitten werden. Jeden Tag kämen die Rehe hierher und unzählige andere Tiere würden hier wohnen. Die hätten doch rundherum im Wald auch Platz, meinte die Frau. Der Mann nahm mich gar nicht wahr, so beschäftigt war er mit der Motorsäge. Ich fragte sie, ob ihr aufgefallen ist, dass auch rundherum Wald abgeholzt wird und dass wenn überall so viele Bäume gefällt werden, dies Auswirkungen auf uns hat. Die Frau sagte, dass das aufgrund der Digitalisierung gar nicht anders geht, da sie sonst keine Förderungen bekämen, wenn nicht eine bestimmte Fläche nachgewiesen werden kann. Beim Digitalisieren werden sämtliche Landwirtschaftsflächen von oben fotografiert. Dann gibt es genaue Bestimmungen, was mit der jeweiligen landwirtschaftlichen Fläche geschehen soll.
Die ältere Frau brachte noch irgendwelche Argumente hervor, doch sie hätte alles Mögliche sagen können, all das konnte nicht entschuldigen, dass sie gerade dabei waren Bäume zu fällen, die älter waren als sie selbst. Ich spürte eine tiefe Trauer in meinem Herzen und fühlte mich total unverstanden und ungehört. So drehte ich mich einfach um und ging fort. Bei einem Baum machte ich Halt und legte die Hände auf seinen Stamm. Ich konnte das Leben in ihm spüren, was mich noch trauriger machte. Ich entschuldigte mich bei ihm und bei allen anderen dort, dass wir Menschen noch immer so ignorant sind. Tränen flossen über meine Wange und ich ging mit einem Gefühl der Ohnmacht zurück.
Dann klingelte das Telefon, es war die Landwirtschaftskammer. Ich habe mich per E-Mail informiert über das Abholzungsgesetz, da überall in der Umgebung große Waldflächen einfach abgeholzt wurden. Der freundliche Herr hat mich zurückgerufen und weitervermittelt. Endlich bei der zuständigen Person angelangt fragte ich nach den Heckenschutzbestimmungen. Ja, sie würden unter Schutz stehen, meinte der Mann am anderen Ende der Leitung. Aber es gäbe eine Sonderregelung, dass wenn diese sich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden, abgeholzt werden dürfen. Ich sagte, dass sich das ja widersprechen würde. Ich meinte, dass wir sehen sollten, dass unsere Kinder keine Luft mehr hätten, wenn dann keine Bäume mehr da wären. Er sagte, das wäre eine Wertung meinerseits und er könne es sich nicht leisten, emotional zu werden. Ihre Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass das Gesetz eingehalten wird. Und das ist nun mal Gesetz, auch wenn er mir vielleicht zustimme.
Dieses Erlebnis hat mich an etwas erinnert. Es ist sehr viel Trauer aufgetaucht, die ich von der Kindheit kenne. Trauer über den respektlosen Umgang mit Leben, die keiner zu verstehen scheint. Gefühle scheinen in der heutigen Zeit keinen Platz zu haben. So seinen die Dinge nun mal, war damals schon die Antwort der Erwachsenen.
Doch je mehr Zeit ich draußen verbringe und je mehr ich lerne von der Natur, je mehr Freunde ich finde in den Bäumen und Tieren der Wälder, desto mehr weiß ich, dass diese Trauer Berechtigung hat. Gerade heute, wo von allen Seiten die Klimafrage diskutiert wird und man in allen Richtungen Aufklärungsarbeit macht darüber, dass alles zusammenhängt, wundert es mich, warum nicht mehr Menschen umdrehen und ihr Leben in eine andere Richtung bewegen. Was ist los mit uns, dass wir diese einfachen und logischen Zusammenhänge nicht verstehen? Wo ist unsere Naturverbindung hingekommen?
Es ist so offensichtlich, dass es Zusammenhänge gibt zwischen der fehlenden Verbindung mit der Natur und den leeren Augen der Menschen. Diese vielen so genannten Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Burnout-Syndrom, Müdigkeit und Schwäche, Süchte und Abhängigkeiten und vieles andere, sind nichts anderes als Auswirkungen davon, dass uns unsere Geburtsrechte abhanden gekommen sind. Sie wurden uns weggenommen. Es gehört zu unserem Geburtsrecht, gesund und glücklich zu sein.
Wie gut fühlt sich die Trauer an! Ja, ich fühle mich und ich fühle, dass ich Teil von dem Ganzen da bin. Das tut weh in dieser heutigen Zeit, aber im selben Moment erinnere ich mich an die Intensität des Gefühles der Liebe, welches Teil des Verbundenseins ist. Ich erinnere mich an die schönen Momente, an all die magischen Augenblicke und sehe, dass es sich lohnt zu fühlen, am Leben zu sein. Damit wir uns wirklich grundlegend und nachhaltig ändern können, um gemeinsam mit der Erde zu leben und nicht gegen sie, müssen wahrscheinlich viel mehr Menschen ihre Naturverbindungen stärken. Dann braucht es keine Naturparks mehr oder Naturschutzgebiete, keine gesetzlichen Bestimmungen und keinen Druck von außen, weil die Menschen dann Handlungen, die ihnen selbst oder anderen Schaden zufügen, ganz von selber unterlassen und ganz von selber Dinge tun, die Freude bereiten und zur Heilung beitragen. Warum also zögern?
Warum nicht ein Leben in Dankbarkeit und Verbundenheit leben?
Es ist so einfach…
Das längst versprochene Rezept :-)
Geschrieben von: Petra Mittwoch, den 24. März 2010 um 20:05 Uhr
Barbara hat heute ihre super geniale Linsensuppe gekocht - seit wir nicht mehr zusammen wohnen bin ich regelrecht auf Entzug, deshalb darf ich jetzt mitschreiben ;-) Alle die letzten Frühling beim Open Space waren wissen wovon ich rede... und hier das Rezept...
1 EL Kreuzkümmel im Mörser zerkleinern und mit 2 TL Curry in einem Schuss Öl anrösten. 500g - 750g rote Linsen dazugeben und mit Wasser aufgiessen. Je nachdem wie cremig die Suppe werden soll, cirka die dreifache Menge Wasser dazugeben. Eventuell später noch mehr Wasser hinzufügen. 1 TL Curryblätter und 2 Lorbeerblätter dazugeben und köcheln lassen. Die Linsen zerkochen sich fast sofort. Auf kleiner Flamme cirka eine halbe Stunde köcheln, je nach Linsensorte. Gut umrühren, brennt leicht an (ich erinnere mich an die verbrannten Töpfe ;-) Mit einem Stabmixer gut pürieren. Cirka 400 ml Kokosnussmilch einrühren. Mit Salz und Zitrone abschmecken.
Barbara sagt, sie ist ganz einfach zu kochen... Und noch ein paar Tipps was man reingeben könnte: frischer Koriander, Goji-Beeren, Honig, Soja Sauce, Chili, ein Tupfer Joghurt und halt andere Sachen nach eurem Geschmack... Mmmmhhhhh, ich liebe diese Suppe.... Gutes Gelingen und Guten Appetit :-)
PS: Spätestens wenn ich den Schokokuchen lerne kommt das Rezept hier rein :-)
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